Rezension

Frau Freitag: Für mich ist auch die 6. Stunde

Für mich ist auch die 6. Stunde

Irgendwann werde ich mal in voller Schülermontur meinen Unterricht beginnen. Mütze auf, Jacke an, Handschuhe, billige Kopfhörer, aus denen laute Musik zu hören ist, Rucksack auf dem Rücken, Chipstüte in der einen und 1,5 Liter Pfirsich Eistee in der anderen Hand. Dann sollen dir mir mal sagen, ob sie das nicht auch ungemütlich finden. Ach so, und wenn sie mich ansprechen, dann fummle ich natürlich erst an meinem Handy rum, bevor ich ihnen antworte.

Über das Buch
Ullstein extra | 288 Seiten | erschienen: 03/2016  
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Frau Freitag gibt in ihrem unterhaltsamen Ratgeber Tipps und Tricks, wie Lehrer, Schüler und Eltern den Unterrichtsalltag überleben. Mit Problemen im Schulalltag kennt sie sich aus. Seit über fünfzehn Jahren unterrichtet sie an Brennpunktschulen. Ihre eigene Ausbildung wird Frau Freitag nie vergessen: diese Mischung aus Panik, mangelndem Selbstvertrauen und liebevoll-chaotischen Schülern, die das Unterrichten unmöglich macht. Was nicht hilft: die Theorien der Pädagogikpäpste, die seit Jahren keine Schule mehr von innen gesehen haben. Frau Freitags Kultbestseller sind schon längst Lehrmaterial. Und jetzt hat sie den praxisnahen Ratgeber geschrieben, den sie selbst gerne gehabt hätte.


 

Meine Meinung

Frau Freitag wie ich sie kenne und liebe

Endlich wieder ein neues Buch von Frau Freitag und dann auch noch ein so gutes. Ich war damals absolut begeistert von „Chill mal, Frau Freitag“. Ich konnte mir genau vorstellen, wie es ihr in ihrer Klasse ging und wie ich mich in der Schule so verhalten habe. Sicher, ich war am Gymnasium, aber wenn wir ehrlich sind unterscheiden sich die Verhaltensweisen nicht so ganz viel – nur in abgeschwächter Form, vielleicht waren wir auch einfach ein bisschen geschickter darin unsere Vergehen zu verstecken. Wie dem auch sei, ich habe dieses Buch geliebt und folglich auch alle weiteren Frau Freitag Bücher gelesen. Leider war dann „Echt easy, Frau Freitag“ nicht mehr so berauschend und auch „Der Altmann ist tot“ konnte mich nicht wirklich überzeugen. Also habe ich es dann erst einmal sein lassen mit den Freitag Büchern.

 

Als „Für mich ist auch die 6. Stunde“ bei mir auf Arbeit ankam, wusste ich sofort, dass ich es lesen muss. Ich kann gar nicht sagen, was mich daran so fasziniert hat, wahrscheinlich weil das meine Mathelehrerin auch oft gesagt hat (obwohl das gar nicht gestimmt hat, weil sie nämlich die erste Stunde frei hatte, wie wir wussten, aber wir haben uns stark verkniffen mit ihr darüber zu diskutieren). Jedenfalls habe ich es mir sofort geschnappt ohne weiter darüber nachzudenken und habe fröhlich losgelesen. Nach den ersten paar Kapiteln wurde mir recht schnell klar, dass sich das Buch von ihren bisherigen Bücher deutlich unterscheidet, denn eigentlich ist „Für mich ist auch die sechste Stunde“ kein rein zur Unterhaltung gedachtes Buch, sondern ein Lehrer-, bzw. Referendariatsratgeber. Sicher, mit dem von Frau Freitag gewohnten Charme, aber doch ein Ratgeber.

Na und? Dann lese ich eben einen Leherratgeber.

Aber was soll es, habe ich mir gedacht und habe weitergelesen. Wisst ihr was? Ich bereue es kein Stück. Wieder einmal hat mich die Autorin mit zurück in die Schulzeit genommen und ich kann jetzt nach diesem Buch manche Reaktionen meiner Lehrer deutlich besser nachvollziehen als damals. Außerdem bin ich ziemlich gerne zur Schule gegangen, ich hatte da eine wirklich tolle Zeit, nur den Unterricht mochte ich nicht besonders. Durch ihre besondere Art zu schreiben, merkt man fast gar nicht, dass es sich um einen Ratgeber handelt und es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Eher habe ich mir danach überlegt, ob ich nicht vielleicht doch lieber Lehrerin werden soll, ich meine die Ferien, wie Frau Freitag immer wieder betont, sind echt ein unschlagbares Argument. Nur ein Spaß, vermutlich wäre ich eine grauenvolle Lehrerin.

Fazit

Leseempfehlung

Meine Freude über dieses neue Buch von Frau Freitag ist wirklich groß. Ich bin froh, dass ich danach gegriffen habe und mich auch nicht davon habe abschrecken lassen, dass es ein Ratgeber ist. Für alle, die „Chill mal, Frau Freitag“ mochten wird auch dieses Buch wieder ein absoluter Genuss sein. Klare Leseempfehlung, auch für Nicht-Lehrer. 😉

Wie habt ihr eure Schulzeit in Erinnerung?
Würdet ihr gerne noch einmal zur Schule gehen oder seid ihr froh, dass es vorbei ist?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: The Written Word

4 Kommentare

  1. Ich habe meine Schulzeit sehr genoßen. Ich bin gerne zur Schule gegangen und mochte auch die viele Freizeit. Da ich mir zum Glück immer recht leicht beim Lernen tat, waren meine Noten auch immer herzeigbar.
    Dennoch vermisse ich die Schule nicht und möchte nicht noch einmal zurück in die Schule. Ich liebe es mir meinen Tag nun selbst einzuteilen und nicht nach einem streng vorgegegben Stundenplan arbeiten zu müssen.

    • Liebe Sabrina,
      ich habe meine Schulzeit auch sehr genossen, auch wenn ich nie wirklich gelernt habe oder Interesse am Unterricht hatte.. (zumindest habe ich das Abi trotzdem schafft ^^). Ich würde nichts anders machen. Die Schule war klasse so wie sie war. Ich hatte viel Spaß mit meinen Freundinnen und das würde ich u nichts in der Welt missen wollen. 😀 Manchmal würde ich gerne zurück nur so für eine Woche, eine Woche in der alles noch so war wie damals. Wahrscheinlich würde ich dann auch nicht mehr zurück wollen ins Jetzt. Okay, jetzt werde ich philosophisch und schweife ab. xD Heutzutage ist das anders. Ich lerne gerne und ich gehe zur Schule um zu lernen (ab nächsten Montag wieder). Prinzipiell kann ich mir meinen Tag auch im Arbeitsleben nicht selbst einteilen, aber das ist okay. Ich mag es so wie es ist. 😀

      Liebst, Lotta

  2. Liebe Lotte,
    erstmal: dein Blog sieht echt toll aus! Ich glaube, ich war seit dem Umzug noch nicht wieder hier (generell lässt meine Aktivität auf anderen Blogs sehr zu wünschen übrig, ich muss es unbedingt ändern) und es gefällt mir echt gut. Ich bewundere HTML-Skills sehr. 😀
    Deiner Rezension kann ich in allen Punkten nur beipflichten. Du hast bei mir ja schon gesehen, wie begeistert ich war. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es auch für Leute außerhalb der „Branche“ interessant ist, das freut mich total 🙂
    Liebe Grüße!
    Elif

    • Liebe Elif,
      also nur erstmal vorweg, dafür dass du HTML-Skills bewunderst, sieht dein Blog aber auch sehr schön aus. ;* Ich mag deinen Aufbau sehr und finde es schön, dass es so schlicht ist. Aber nichtsdestotrotz freue ich mich sehr, dass dir mein „neuer“ Blog gefällt. 🙂
      Nun, ich habe ja gar nicht damit gerechnet, dass es ein Ratgeber sein könnte. Ich bin ja ganz blind in dieses Buch reingestürzt und habe es dann erst mittendrin bemerkt. 😀 Aber da ich ihre Art zu schreiben einfach gerne habe und ich so Lehrersachen irgendwie immer interessant finde, habe ich es einfach weitergelesen und mich diebisch darüber gefreut, dass ich das nicht durchmachen muss. 😀 So kann man das nämlich auch sehen. ^^

      Liebst, Lotta

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