Rezension

Helen Maslin: Darkmere Summer

Darkmere Summer

Ein Mädchen war im Wasser. Die Wellen türmten sich über ihr, waren unendlich viel stärker, aber sie kämpfte sich durch, Welle um Welle. Ruderte mit Händen und Füßen, warf sich der Brandung entgegen, trotz der eisigen Kälte, die jeder einzelnen Welle die Wucht eines Hammerschlags verlieh. Das Mädchen rang nach Luft, schauderte am ganzen Körper.

Über das Buch
Chicken House | 400 Seiten | erschienen: 02/2016 | Originaltitel: Darkmere Summer 
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Der Plan war: Sommer, Sonne – und Leo. Schließlich hat Kate seine Einladung auf das alte Schloss nur angenommen, damit sie Zeit mit ihm verbringen kann. Doch seit sie und Leos Freunde in Darkmere sind, ist die Stimmung seltsam. Trotz der idyllischen Umgebung kommen die dunkelsten Seiten in ihnen zum Vorschein. Ist das Schloss wirklich verflucht? Kate fängt an zu recherchieren und stößt dabei auf das Tagebuch von Elinor. Ein Mädchen, das 1825 voller Hoffnung nach Darkmere kam. Und dort die Hölle auf Erden erlebte …


 

Meine Meinung
Einstieg

Ein Mädchen befindet sich im Wasser und weiß nicht was sie tun soll, ich hatte beim Lesen das Gefühl sie ist kurz vor dem Ertrinken und ich wollte so gerne wissen, was mit ihr passiert. Ein wirklich spannender Anfang für die Geschichte, denn es macht neugierig. Es war nicht möglich nach diesem Einstieg das Buch nicht zu lesen. Spannend ist außerdem, dass man nicht weiß, ob es sich bei diesem Mädchen im Kate oder Elinor handelt.

Schreibstil

Ich bin eigentlich niemand, der gerne historische Bücher liest, deswegen hatte ich auch erst ein wenig Angst, dass ich mich in Elinor und ihre Lebensart nicht gut hineinversetzen kann. Helen Maslin hat mich eines besseren belehrt, denn sie schreibt so bildhaft und gefühlsecht, dass ich mir genau vorstellen konnte, wie es damals gewesen sein muss. Die Idee zwei Ich-Erzählerinnen einzusetzen, die zu verschiedenen Zeit in diesem Schloss gewohnt haben, wenn in Kates Fall auch nur für einen recht kurzen Zeitraum, fand ich spannnend.

Charaktere

Ich hatte bei den Charakteren immer das Gefühl, dass ich zwar eine ungefähre Ahnung von ihnen habe, aber sie nicht wirklich greifen kann. Selbst Kate, eine der beiden Ich-Erzählerinnen, war für mich nicht durchschaubar. Viele Informationen haben mir gefehlt, damit ich mir ein gutes Gesamtbild von ihr machen kann. Elinor konnte ich mir ein wenig besser vorstellen, aber auch ihr fehlte ein gewisser Tiefegrad. Die Nebencharaktere war zu meist ausgiebig anhand von Klischees beschrieben und somit in ausreichendem Maß vorstellbar. Alle Charaktere machen im Laufen der Geschichte eine Entwicklung durch, leider ist diese sehr sprunghaft und nicht immer ganz nachzuvollziehen.

Setting

Darkmere Summer und alles was dort geschehen ist war sehr bildlich beschrieben. Ich bin ehrlich, ich habe mich manchmal ganz schön gegruselt. So alte Gebäude finde ich sowieso gruselig und dieses Buch hat nicht zur Besserung dieses Umstands beigetragen, so viel kann ich euch sagen.

Verlauf

Ich hatte mir von dem Verlauf gewünscht, dass beide Zeitstränge sich miteinander verflechten, also dass Kate sich auf die Spuren von Elinor begibt und ihr Leben sozusagen erforscht. Ja, die Charaktere der Neuzeit haben sich ein wenig mit der Vergangenheit des Hauses beschäftigt, aber nicht in dem Maß, in dem ich es mir gewünscht hatte. Es ging mir um das Zwischenmenschliche und das idiotische Verhalten vom neuen Herren von Darkmere. Die Abschnitte erschienen mir oft unzusammenhängend, manchmal sogar belanglos im Bezug aufeinander. Es war zwar interessant die Geschichten einzeln zu verfolgen, aber sie waren durch den Wechsel nicht minder abgehackt als die Charakterentwicklung.

Ende

Sowohl Elinor als auch Kates Geschichte blieben mir zu wage am Ende. Ich hatte zu viele Fragen, die nicht beantwortet wurden und bei denen ich mir nur meinen Teil denken konnte.

Fazit

bedingte Leseempfehlung

Ich hatte mir sehr viel von „Darkmere Summer“ versprochen. Es zog mich von der ersten Seite in seinen Bann, aber dann nahm die Freude über die Geschichte leider ab. Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und lässt einen plötzlich selbst in Darkmere sein, aber der Aufbau der Geschichte und die Entwicklung der Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Wenn ich dann ein befriedigendes Ende bekommen hätte, wäre ich trotzdem zufrieden gewesen, aber das Ende war offen und ließ mich mit vielen Fragen zurück. Vielleicht darf man auf eine Klärung und einen zweiten Teil hoffen? Dann würde ich ihn trotz meiner Kritikpunkte lesen. Von mir gibt es nur bedingt eine Leseempfehlung.

Findet ihr alte Gebäude auch so gruslig wie ich?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Black Tea Books

8 Kommentare

  1. Oh schade, dass dir das Buch nicht ganz so gut gefallen hat. Mir persönlich hat es super gefallen, und ich hoffe auch, dass es einen zweiten Teil gibt.

    LG Piglet <3

  2. Hallo liebste Lotta,

    wow da war ich ja echt etwas überrascht, als ich gesehen habe, dass du dieses Buch gelesen und rezensiert hast 😀 Schon bei der Jahreszahl 1825 hätte ich gewettet, dass du dieses Buch nicht lesen wirst.. so wegen den historischen Aspekten und so 😉 Aber zumindest der Anfang scheint dir ja gefallen zu haben. Ich war in den letzten paar Wochen ja nicht so besonders aktiv, aber wenn ich mal reingeguckt habe, dann konnte ich meist eher negative Meinungen zu diesem Buch lesen. Dass du es jetzt auch nur mit einer 3 bewertet hast und ich mich auf deine Einschätzungen ja immer sehr verlasse, werde ich da mal die Finger von lassen.

    Danke für deine Rezi :-*
    Liebste Grüße und einen schönen Start in die Woche,
    Debbie

  3. Hallöchen Piglet,
    ja leider konnte die Geschichte mich nicht so ganz überzeugen, aber trotzdem hoffe ich auf eine Fortsetzung, damit meine Fragen geklärt werden. ;D

    Liebst, Lotta

  4. Hallöchen Debbie,
    ich muss sagen, dass ich selber ein bisschen überrascht war, aber auf dem Bloggertreffen von Carlsen auf der Leipziger Buchmesse haben sie uns das Buch einfach so schmackhaft gemacht und dann war ja auch noch die Autorin da.. sodass ich gar nicht anders konnte als mir dieses Buch mitzunehmen und zu lesen. Leider war es nicht so gut, wie ich mir erhofft hatte, aber was ich ja immerhin zugeben muss, ist, dass mir die Vergangenheit viel besser gefallen hat als die Gegenwart, also kanns an einer eigentlichen Abneigung zu historischen Romanen nicht liegen. 😀
    Ich danke dir für dein riesen Lob <3 :* Du versüßt mir den Tag.

    Liebst, Lotta

  5. Hallo liebe Lotta 🙂

    Dankeschön fürs Verlinken, das hat mich wirklich gefreut, als ich deinen Kommentar heute gelesen habe ♡

    Wie du meiner Rezension ja schon entnommen hast, hat mich das Buch leider auch nicht vollkommen vom Hocker gehauen. Vor allem die Passagen in der Gegenwart haben mich irgendwie nicht wirklich erreicht. Deshalb bin ich mir auch unglaublich unschlüssig, ob ich einen zweiten Band wirklich lesen würde…

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

  6. Hallöchen Lisa,
    ich habe dich gerne verlinkt. 🙂 Ich versuche immer einen Mix aus positiven und eher negativen Meinungen zusammen zu stellen, damit meine Leser sich ein eigenes Bild machen können. Deine entsprach ganz und gar meiner daher musste ich sie einfach verlinken.
    Ich warte gespannt, ob es überhaupt einen neuen Band geben wird. 😉

    Liebst, Lotta

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