Rezension

Kate Eberlen: Miss You

Miss You

»Ach Tess, das ist das wahre Leben!« Doll nahm sich eine Karamellwaffel. »Weißt du, ich war in Dubai und St. Tropez und Florida und habe in Fünf-Sterne-Hotels übernachtet, aber für mich gibt es nichts Schöneres, als in deiner Küche zu sitzen und mit dir Kekse zu essen. manchmal liegen die besten Dinge direkt vor deiner Nase, weißt du?«

Über das Buch
Diana Verlag | 576 Seiten | erschienen: 08/2016 | Originaltitel: Miss You
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Was, wenn du deine große Liebe immer ganz knapp verpasst?
Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Doch beide ahnen, dass sie Wege gehen, die nicht glücklich machen. Weil ihnen das Entscheidende fehlt. Was sie nicht wissen: Tess und Gus sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht bemerkt. Wann ist der alles entscheidende Moment für die große Liebe endlich da?


 

Meine Meinung

Wenn man die große Liebe trifft und es nicht weiß

Beide Protagonisten sind am Anfang des Buches nicht in bester Verfassung. Sowohl Tess als auch Gus befinden sich in Florenz, sie wissen jedoch nichts von einander. Sie begegnen sich mehr als einmal, aber keinem fällt der andere auf. Es ist so, wie es man es oft vom Wahrsagen kennt: Du wirst deiner großen Liebe begegnen – Ob du sie erkennst ist die andere Frage.

Tess opfert ihr Leben

Das klingt ziemlich theatralisch, aber genau das tut sie für ihre Familie. Als ihre Mutter verstirbt bleibt Tess die Wahl ihr Leben nach ihren Vorstellungen durchzuziehen oder sich um ihre kleine Schwester zu kümmern, die irgendwie anstrengend und irgendwie besonders ist. Auch wenn sie gerne ihren Weg gehen würde entscheidet sie sich für ihre Schwester, denn sie weiß genau, dass ihr Vater nicht damit zurecht kommen würde. Tess erlebt Höhen und Tiefen und verliert dabei trotzdem nie die Hoffnung. Ich habe sie dafür bewundert, wie sie ihr Leben führt und was sie aus dem macht, was ihr geboten wird.

Gus ist manchmal ein Weichei

Meistens sind mir die männlichen Charaktere sympathischer als die weiblichen. Gus war jedoch gar nicht mein Fall. Er hat eine sehr schwere Zeit durchgemacht und ich verstehe auch seine Gefühle, aber sein Verhalten konnte ich sehr oft nicht nachvollziehen. Warum lässt er sich so sehr von seinen Trieben hinreißen, warum lässt er sich im weiteren Verlauf der Geschichte so vollkommen auf der Nase herum tanzen? Ich war oftmals enttäuscht von ihm. Andererseits denke ich, dass er authentisch gezeichnet ist, er ist eben nicht perfekt und kein Mann wie aus dem Bilderbuch.

Sich begegnen und verpassen

Immer wieder gibt es Passagen im Buch in denen sich Tess und Gus begegnen ohne es zu wissen. Der Leser weiß es natürlich und ich war beim Lesen immer wieder hin und weg. Ich wollte, dass sie sich sehen, dass sie sich erkennen. Es war so spannend zu sehen wie oft sich Leben überkreuzen ohne, dass man es weiß, ohne dass man alle Personen wahrnimmt und vor allem ohne, dass man die eine Person wahrnimmt. Vor allem diese Abschnitte haben Faszination bei mir ausgelöst.

Ob sie zu einander finden?

Verrate ich euch natürlich nicht und mir hat es besonders gut gefallen, dass es im Verlauf des Buches nicht klar war, ob sie sich irgendwann erkennen werden oder sie bis zu ihrem Lebensende nur immer wieder ihre Leben streifen. Vor allem dieser Aspekt hatte für mich einen besonderen Reiz. Ich habe gehofft und gebangt und wollte nichts lieber, als dass sie sich endlich treffen.

 

Fazit

Leseempfehlung

Mich hat die Geschichte von Tess und Gus mitten ins Herz getroffen. Es ist keine typische Liebesgeschichte, wie man sie schon hundert Mal gelesen hat. Es zeigt das Leben von zwei Menschen, die wie du und ich sind. Wer „Nur ein Tag“ „Und ein ganzes Jahr“ mochte, der wird auch dieser Story vollkommen verfallen. Für mich war es mal wieder ein Buch, dass ich einfach nicht aus der Hand legen konnte, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es in ihren Leben weitergeht und ob sie sich irgendwann finden. Eine Geschichte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

Habt ihr schon mal jemanden getroffen und danach festgestellt, dass ihr euch schon viel öfter begegnet sein müsstet?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Girl with her head in a book

11 Kommentare

    • Liebe Nicole,
      ich hoffe du konntest das Buch schon von deiner Wunschliste befreien und fandest es genauso toll wie ich? 😀
      Ich habe diese andere Art des Liebesromans wirklich genossen. 🙂

      Liebst, Lotta

  1. Hi Lotta, ehrlich gesagt wäre mir persönlich das Buch in der Buchhandlung gar nicht aufgefallen, doch laut deiner Rezension scheint es sehr interessant zu sein!

    Ich vermute stark, dass die beiden Protagonisten zueinander finden werden.

    Liebe Grüße,
    Mo

    • Hallöchen,
      vielleicht hast du ja auch recht? Vielleicht aber auch nicht .. 😀
      Ich fand das Buch wirklich großartig, weil es nicht der 0815 Liebesgeschichte entspricht.
      Es hat mir sehr gefallen, den beiden Protagonisten durch ihr Leben zu folgen. 🙂

      Liebst, Lotta

  2. Liebe Lotta,

    danke, für deine Rezension!
    Ohne die wäre ich glatt daran vorbeigegangen.
    So kommt es jetzt mal auf meine Wunschliste! 🙂

    Liebe Grüße
    Ramona

    • Liebe Ramona,
      ich freue mich, dass ich dich auf dieses wunderbare Buch aufmerksam machen konnte.
      Jetzt muss ich gleich mal stöbern gehen, ob du es vielleicht schon gelesen hast. Ich war so lange nicht da, da bekomme ich nicht immer alles mit. ^^

      Liebst, Lotta

  3. Hey,
    es freut mich sehr, dass dir „MIss you“ gefallen hat. Ich habe bei Twitter mitbekommen, dass du mit Adriana Popescu über das Buch geschrieben hast, war neugierig und habe gleich mit der gekürzten Hörbuchfassung angefangen.
    Was soll ich sagen… Die Grundidee der Geschichte ist nicht schlecht. Es gibt auch Passagen in dem Buch, die mich durchaus packen konnten. Allerdings habe ich vorher „Drei mal wir“ gelesen. Und „Miss you“ hat mich sehr an dieses Buch erinnert, kann da aber für mich leider nicht wirklich mithalten, zumal mir „Drei mal wir“ tiefgründiger erschien. Aber ich denke, das ist Geschmackssache :-). Ich habe Gus ebenfalls als sehr passiv empfunden, weswegen er mich irgendwann schon etwas nervte.
    Ich setze mich jetzt jedenfalls gleich mal an die Rezension.
    viele Grüße
    Emma

    • Liebe Emma,
      ich bin ziemlich fasziniert von deinem Kommentar, denn ich habe bisher immer nur gehört, dass „Drei Mal Wir“ ein recht anstrengendes und Dröges Buch sein soll. Ich freue mich irgendwie, dass es auch Leser gibt, die es gerne gelesen haben. 🙂 Gus hat mich wirklich manchmal ein bisschen wahnsinnig gemacht, weil er sich so unterbuttern lässt. Mein Gott, er ist ein erwachsener Mann! Der muss doch mal was aus seinem Leben machen. Schrecklich.
      Schade, dass es nur die gekürzte Fassung war. Ich habe es wirklich so empfunden, dass es sich lohnt das ganze Buch zu lesen. 😉

      Liebst, Lotta

  4. Pingback: Miss you von Kate Eberlen - Kunterbunte Flaschenpost

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