Monatsrückblick

Realitätsverluste mal anders ..
Der September ’16

Willkommen zurück, liebe Leser! Ich bin wieder da, auch wenn ich noch immer in der Eingewöhnungsphase bin. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was der mediacampus frankfurt mit uns gemacht hat. Ehrlich nicht. Und ich glaube ich bin nicht in der Lage es genau zu beschreiben. Trotzdem möchte ich heute versuchen, euch einen kleinen Eindruck davon zu vermitteln. Daher wird das hier kein normaler Monatsrückblick in dem ich meine gelesenen Bücher vorstelle. Zu meiner Schande muss ich auch gestehen, dass ich in Seckbach (der Stadtteil, wo sich der mediacampus befindet) kaum bis gar nicht gelesen habe. Das sagt schon einiges, oder?

Ich lese, weil die Realität stört.

Diesen Satz habt ihr sicherlich schon mehr als einmal von mir gelesen. Ich lese, um die Realität so gut es geht auszublenden, um tatsächlich einfach zu flüchten. Dass ich am mediacampus fast gar nicht gelesen habe, liegt daran, dass ich diese Realität, diese Menschen und das Leben dort einfach nicht verpassen wollte. Ich wollte jede Sekunde mit ihnen genießen.

Als wir unsere ersten Unterrichtstage hatten, haben uns die Lehrer prophezeit, dass die Zeit am mediacampus eine sehr intensive werden wird. Es sei aber vollkommen normal, dass sich irgendwann der sogenannte Lagerkoller einstellt. Am vorletzten Tag saß ich mit meiner Mitbewohnerin auf dem Bett und wir haben festgestellt, dass dieser berüchtigte Lagerkoller anscheinend komplett an unserer Gruppe vorbei gegangen ist.

 
mediacampus Realitätsverluste mal anders

Was haben wir gelacht.

Ich glaube, dass ich selten so viel gelacht habe wie dort. Wir haben immer so einen Quatsch gemacht und das mit purer Überzeugung. Ich habe unsere Gruppe als Geschenk empfunden. Vor diesen Leuten musste mir einfach nichts peinlich sein. Ich konnte sein, wie ich eben bin und ich musste mir keine Gedanken machen, dass die Menschen in meiner Umgebung schlecht von mir denken. Dazu möchte ich euch zwei kleine Beispiele nennen.

Ihr wisst, dass ich ein riesiger Greys Anatomy Fan bin. Meredith und Christina haben eine Methode, wie sie mit Stress oder Traurigkeit und überhaupt allem Schlechten umgehen: Sie tanzen es raus. Unser Zimmer war leider zu klein, um darin wirklich zu tanzen, also bin ich in den Gemeinschaftsraum (der Ravenclaws) gegangen und habe dort kurz vor unseren Prüfungen getanzt. Ich habe den ganzen Stress rausgetanzt. Und es kam wie es kommen musste: Ich wurde gesehen. Aber na und? Niemand hat etwas dazu gesagt und meine Nina hat sogar mitgetanzt ohne die Musik zu hören.

Wenn man am mediacampus frankfurt ist, bekommt man in der Regel nicht all zu viel Bewegung. Man sitzt im Unterricht und man sitzt die meiste Zeit danach auf der Terrasse – zumindest war es bei uns so. Ich habe mir also meine liebste Fnessa geschnappt und bin mit ihr ins Liberesso gegangen (Das ist ein großer Raum, der direkt an die Terrasse anschließt). Dort gibt es eine ziemlich große Couch, die man sich nach Belieben zusammenbauen kann. Wir haben angefangen darauf herum zu turnen. Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, von einem Couchteil zum nächsten hüpfen und wieder zurück .. bis wir einfach nicht mehr konnten und am Boden lagen (am Boden! nicht auf der Couch.) Das war der Augenblick als Tom reinkam und uns gefragt hat: „Ist der Boden nicht Lava?“ Also sind wir aufgesprungen und haben uns auf die Couch gerettet. Tom hat die Couch umgebaut und wir haben Fangen gespielt. Klingt einfach, aber der Boden war Lava und nach etwa 10 Minuten haben wir keine Luft mehr bekommen.

 
Realitätsverluste mal anders Couchspiel

Natürlich wurde auch gelernt.

Da in der letzten Woche die Klausuren anstanden, mussten wir natürlich lernen. Es war nicht so ganz einfach zu lernen, wenn man so viel lieber etwas Anderes tun würde. Ich für meinen Teil konnte jedoch immer besser lernen, wenn ich mit den anderen zusammen war. Ich habe mich dort einfach wohler gefühlt als alleine auf dem Zimmer. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, haben wir an den verschiedensten Ort und in den unterschiedlichsten Positionen gelernt. Man könnte sagen, dass wir das ein oder andere mal kurz vor dem Wahnsinn standen.

 
Realitätverluste mal anders lernen

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Und genau das haben wir auch getan. Ich glaube fast, dass wir keine Gelegenheit ausgelassen haben um zu feiern. Meine liebste Fnessa hatte Geburtstag und dafür haben wir den Klassenraum in ein Luftballonbad verwandelt. Daran hatten mit Sicherheit nicht nur wir Schüler Freude. Wir haben das Bergfest mit dem Motto „Fantasy“ gefeiert (Ich bin auf dem Foto übrigens ein Todesengel, erkennt man sofort, oder?) und hollali hatten wir tolle Kostüme dabei! Wir waren auf dem Apfelweinfest in Frankfurt – auch wenn wir ein wenig enttäuscht waren, dass um 0 Uhr auf einmal Schicht im Schacht war und man in Frankfurt irgendwie keinen Späti findet. Dann gab es noch den „irischen Abend“, den die Irland AG zusammen mit unserem Lehrer Hr. Heimler auf die Beine gestellt hat. Ein Abend, den ich nie vergessen werde mit grandioser Musik von meinen Mitschülern und einem irischen Musiker, einer interessanten Buchvorstellung und natürlich mit jeder Menge Guinness. Zu guter Letzt haben wir unser Abschlussfest zusammen mit dem Geburtstag von Flesca gefeiert und in den Geburtstag von unserem Rocco rein. Es war eine herrliche Feier mit viel Tanzen und Beisammensein und verdammt leckerem Essen. Bevor die Party so richtig losging, wurden wir nämlich in der Mensa köstlich bekocht und von unseren Lehrern bedient. Man, das war ein wunderschöner Abend.

 
Realitätsverluste mal anders Feiern

Der Abschied fiel schwer.

Am liebsten würde ich noch so viel mehr berichten und die ganzen Erinnerungen hier bannen, aber damit würde ich wahrscheinlich noch zehn weitere Beiträge füllen können. Der Abschied ist uns, und mir besonders, wirklich schwer gefallen. Nachdem wir am Samstag unsere Zeugnisse bekommen haben, hieß es Abschied nehmen, denn die Ersten wurden bereits abgeholt. Zuerst dachte ich wirklich, dass ich das hinkriegen würde ohne zu weinen, aber als meine Nina gleich als Erste abgeholt wurde, sind alle Dämme gebrochen. 9 Wochen habe ich mit ihr auf einem Zimmer gewohnt. Ich wollte nicht, dass sie geht. Ich glaube wir haben an diesem Tag von 10 Uhr bis 17 Uhr fast durchgängig geweint. Es war schwer all die wunderbaren Menschen gehen zu lassen. So schwer.

 
Realitätsverlust mal anders Seifenblasen
 

Bleibt mir nur zu sagen, dass ich die Zeit mit Euch sehr genossen habe. Und dass ich Euch verdammt nochmal vermisse. Ich denke an Euch. Bei jeder Sternschnuppe, jedem WOW, jedem KRASS, jedem Glas Wein .. eigentlich immer.

AAAAALWAYS I WANNA BE WITH YOU.

15 Kommentare

  1. Oh Gott, Lotta! Das ist so unglaublich berührend, vllt habe ich ein paar Tränen in den Augen. In den letzten Tagen habe ich mich so gefreut, dass wir uns bald wiedersehen, weil ich dich so vermisst habe, aber jetzt würde ich dich am liebsten sofort wieder wegschicken. Ich freue mich so wahnsinnig für dich, dass du so eine tolle Zeit hattest 🙂

    • Meine herzallerliebste Tati,
      ich freue mich ein bisschen, dass ich dich mit dem Beitrag berühren konnte, obwohl die du ganzen Leute gar nicht kennst. Da habe ich wohl die richtigen Emotionen in den Text gelegt. Ich bin auch froh, dass wir uns wieder gesehen haben und ich wieder in deiner Nähe bin, aber ich freue mich auch schon sehr darauf ganz bald endlich wieder ein paar der Leute vom mediacampus wiederzusehen.

      Liebst, Lotta

  2. Moin Lotta,
    das klingt wirklich fantastisch und traurig zugleich. Ich freue mich sehr, dass du diese Schulzeit mit Bravour und viel Freude gemeistert hast. Es ist immer traurig Menschen kennen zu lernen und sie dann wieder gehen zu lassen. Aber wie man so schön sagt: „Die sind ja nicht aus der Welt!“ Und euer Wiedersehen wird bestimmt ganz genauso fantastisch!
    Fühl dich geknuddelt,
    Elli

    • Moin Elli,
      du hast vollkommen recht, die Leute sind nicht aus der Welt – zum Glück, aber leider leider sind sehr viel verdammt weit weg. 🙁 Das ist halt bitter.
      Aber ich freue mich drauf, dass ich ein paar von ihnen bald wiedersehe. 🙂
      Außerdem habe ich ja euch hier.. das hilft schon wirklich viel! 😉

      Liebst, Lotta

      Liebst, Lotta

  3. Hallo Lotta 🙂

    Ich freue mich riesig, dass du wieder da bist 😀 Deine Zeit auf dem mediacampus frankfurt klingt wunderschön. So muss sich das perfekte Internatsleben anfühlen. 🙂 Ich muss sagen, wenn man deinen Beitrag liest kann man richtig neidisch werden und vor allem neugierig auf die tollen Menschen, die du dort kennengelernt hast. Zum Ende hatte sogar ich ein paar Tränchen in den Augen. Von so einer tollen und tiefen Freundschaft in so kurzer Zeit liest man wirklich selten. Ich glaube, eure Gruppe hat da wirklich etwas Besonderes.

    Ich hoffe, ihr könnt euch bald mal wiedersehen.

    Liebste Grüße
    Ellen

    • Liebe Ellen,
      ích muss zugeben, dass ich ein bisschen von mir selbst enttäuscht bin, weil ich es immer noch nicht ganz geschafft habe wieder in das Bloggerleben reinzufinden. Das stört mich ein wenig, aber ich hoffe, dass ich es vor der Buchmesse noch wieder hinbekomme. In meinem Leben geht nur gerade alles ein wenig drunter und drüber. 😉

      Liebst, Lotta

  4. Hallo meine Liebe,

    oh wie schön geschrieben! Gute Zeiten bleiben zumindest immer in der Erinnerung 🙂

    LG
    Sonja

  5. Hallöchen Lotta,
    es freut mich sehr, dass du so viel Spaß auf der Berufsschule hattest. Ich freu mich ja so wahnsinnig darauf, aber es ist leider noch so lange hin 🙁
    Ich finde es ja unglaublich lustig, dass du einen meiner Kollegen kennen gelernt hast 😀

    Ich wünsche dir einen ganz wundervollen Oktober ♥
    Liebste Grüße,
    Kate ♥

    • Hallöchen Kate,
      ich glaube, dass du auch viel Spaß dort haben wirst. 😀 Seckbach ist einfach unglaublich toll.
      Die Berufsschule übt irgendwie so einen besonderen Zauber auf einen aus. 😉
      Tjaaa. Die Welt ist kleiner als man denkt.. 😉

      Liebst, Lotta

  6. Liebe Lotta,

    als ich deinen Beitrag gelesen habe, wurde ich sofort an meine eigene Zeit in der Schule erinnert.
    Es war so wundervoll und den berüchtigten Lagerkoller hatten wir auch nicht… 😉
    Was war das für eine Zeit.
    Ein Auf und ein Ab, aber immer alles gemeinsam.

    Danke, für deine schönen Eindrücke!

    Liebe Grüße
    Ramona

    • Liebe Ramona,
      ich finde es ja grandios, dass es dir auch so ging, denn ich habe von ganz vielen gehört, dass sie ihre Berufsschulzeit nicht so besonders pralle fanden. Und das finde ich irgendwie sehr schade, denn das ist doch eine einmalige Zeit. Eine Zeit die man niemals vergessen sollte. So sorglos und frei wie dort, habe ich mich schon ewig nicht mehr gefühlt gehabt.

      Liebst, Lotta

  7. Liebe Lotta,
    ich finds so schön, wenn ein Mensch wie du so tolle Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen hat. Da geht mir richtig das Herz auf und lässt mich an vergangene schöne Zeiten erinnern, die mich genauso berührt haben wie du sie erzählst. 🙂
    Ich hoffe, dass ihr euch irgendwann mal beisammen habt! 😀

    Fühl dich gedrückt und liebe Grüße
    Sarah

    • Liebe Sarah,
      ich freue mich, dass du auch so schöne Zeiten hattest. 😀
      Das ist wirklich unbeschreiblich und wenn ich daran zurück denke, dann tut mir ein bisschen das Herz weh, weil mir die Leute einfach so fehlen und jaaa .. alles irgendwie komisch ohne sie. Ich möchte lieber wieder zurück.
      Aber wahrscheinlich sehen wir uns alle im April wieder. 🙂

      Liebst, Lotta

  8. Pingback: Lovely Bloggestöber #10 | Lovely Mix

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