Rezension

Tasmina Perry: Nur ein letzter Kuss

Nur ein letzter Kuss

»Eben«, erwiderte Dominic frei heraus. »Die Hälfte von ihnen bekommt Meinungen wie die Ihre vermutlich noch nicht einmal zu hören. Sie haben Freunde, die genauso sind wie sie, die genauso denken wie sie. Aber wie wollen Sie die Meinungen von Menschen ändern, wenn Sie ihnen keine Denkanstöße geben? Um Wellen zu erzeugen, müssen Sie einen Stein in den Teich werfen, Miss Bailey.«

Über das Buch
Berlin Verlag | 464 Seiten | erschienen: 05/2016 | Originaltitel: The Last Kiss Goodbye
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Abby Gordons Ehe ist ein Scherbenhaufen: Nachdem schon ihr Kinderwunsch nicht erfüllt wurde, stellt sich jetzt heraus, dass ihr Mann auch noch fremdgegangen ist. Was bleibt ihr anderes übrig, als ihn hochkant hinauszuwerfen und sich verzweifelt in die Arbeit zu stürzen? Zum Glück plant das Royal Cartography Institute gerade eine große Ausstellung zu den britischen Entdeckungsreisenden, und Abby hofft, die Geschichten von Himalaya-, Südpol- und Afrika-Expeditionen helfen ihr über ihren Liebeskummer hinweg. Dabei stößt sie auf das Foto einer zu Tränen rührenden Abschiedsszene zwischen einem Amazonasforscher und seiner Geliebten. Abby macht das Bild zum Mittelpunkt der Ausstellung – und sieht sich bei der Eröffnung einer überraschenden Besucherin gegenüber: Rosamund Bailey, einer Ikone des Journalismus, der Frau auf dem Foto. Als Rosamund ihr die tragische Geschichte des spurlos verschwundenen Entdeckers erzählt, fasst Abby einen wagemutigen Entschluss.


 

Meine Meinung

Dominic Blake – Ein Mann von Welt

Wenn ich mir Dominic Blake, der Dreh und Angelpunkt der Geschichte, vorstelle, habe ich einen großen gut aussehenden Mann vor Augen mit dunklen zurück gegelten Haaren, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat und mit allen Gut-Freund ist. Schon zu Beginn des Buches hat er nicht nur die Gastgeberin der Party sofort um den Finger gewickelt, sondern auch mich. Auf eines kann man sich bei Dominic Blake verlassen, dass er immer zu spät kommt und eine passende Ausrede parat haben wird.

Von der grauen Maus zur gefragten Journalistin

Abby, die Protagonistin der Geschichte, macht im Verlauf des Buches eine große Entwicklung durch. Am Anfang scheint sie sehr frustriert zu sein. Wie schon im aus dem Klappentext zu entnehmen ist, verläuft Abbys Leben zu Beginn des Buches nicht gerade rosig und die Entdeckung des Bildes, das Zusammentreffen mit Rosamund Bailey und ihr untreuer, aber sehr viel Reue zeigender, Mann bringen ihr Leben gehörig durcheinander. Es gefällt mir wie sie sich für etwas begeistert, sich dann dafür einsetzt und durch diese Leidenschaft Stück für Stück Ordnung in das Chaos bringt.

1961 vs. Gegenwart

Im Laufe der Geschichte gibt es drei Mal einen Wechsel zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1961, dem Jahr in dem alles seinen Lauf nahm. Es hat mir gefallen, dass es der Autorin so gut gelungen ist eine klare Abgrenzung zwischen den verschiedenen Zeit mittels des Schreibstils zu setzen. Der auktoriale Erzähler war dabei sicher hilfreich, denn so bekommt man als Leser mehr von der Umgebung und den verschiedenen Charakteren mit. Die Charaktere waren sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit gut vorstellbar und authentisch. Ich konnte mir vor alle die rebellische Rosamund Bailey sehr gut vorstellen, die gegen alles demonstrierte, was Menschen bzw. Menschengruppen diskriminierte.

Leider sehr politisch

Ich habe natürlich geahnt und auch ein bisschen gehofft, dass die Autorin den Leser wieder auf eine Reise in die Vergangenheit entführen würde, denn das habe ich schon bei „Drei Tage Manhattan – Begleitung gesucht“ sehr genossen. In diesem Sinne kam ich auch voll und ganz auf meine Kosten, aber leider war das Thema des Buches diesmal sehr politiklastig, was mich nicht wirklich mitreißen konnte. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und der Verlauf war auch nicht nur langweilig, aber es hat sich in manchen Passagen sehr gezogen. Das Hauptaugenmerk hätte für mich ein bisschen weniger auf Politik und mehr auf Romantik liegen können. Zum Glück kam in der Hinsicht zum Ende hin noch voll und ganz auf meine Kosten.

Fazit
bedingte Leseempfehlung

Ich habe bisher immer von mir behauptet, dass ich nicht gerne Bücher lese, die in vergangenen Zeiten spielen, aber seitdem ich damals „Drei Tage Manhattan“ gelesen hatte, musste ich meine Meinung noch einmal überdenken. Ich habe es auch bei „Nur ein letzter Kuss“ wieder genossen in eine vergangene Zeit abzutauchen, aber diesmal war es vielleicht nicht ganz meine Zeit und die Kreise, über die ich gerne lese. Noch ein Schuss mehr Romantik und ein bisschen weniger drumherum und ich hätte darüber hinwegsehen können, aber alles war immer voller Zweifel, sodass ich mich nicht auf die Liebe an sich konzentrieren konnte.

Lest ihr auch gerne Bücher, die in Vergangenheit und Gegenwart spielen?
Welches konnte euch bisher am meisten fesseln?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Lesegenuss

2 Kommentare

  1. Liebe Lotta,

    schade, dass das Buch nicht vollständig überzeugen konnte.
    Die Idee klang für mich sehr spannend.

    Liebe Grüße,
    Ramona

    • Liebe Ramona,
      ich finde es auch wirklich schade, weil ich das erste Buch der Autorin wirklich sehr gemochte habe. Daher hatte ich auch große Erwartungen an dieses Buch. Aber es war auch nicht wirklich schlecht. Ich bereue es nicht, dass ich es gelesen habe und das ist doch schon mal wichtig, oder? 😀
      Ich empfehle es gerne Kunden, die eine tiefgründigere Liebesgeschichte suchen und nicht einfach nur Geplänkel.

      Liebst, Lotta

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