Rezension

Zoe Hagen: Tage mit Leuchtkäfern

Tage mit Leuchtkäfern

Irgendwann hab ich dann einfach aufgehört. Ich glaube nicht mehr an dich. Du existierst nicht. Aber ich schreibe dir trotzdem. Denn manchmal ist die Illusion weitaus schöner als die Realität, die Realität nichts als die schlechte Kopie der Vorstellung.

Über das Buch
Ullstein | 192 Seiten | erschienen: 03/2016 | Originaltitel: Tage mit Leuchtkäfern  
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Du bist einsam und unglücklich, dein Leben wie ein falscher Film, der an dir vorbeiläuft. Bis du neue Freunde triffst. Gut, die sind alle ein bisschen verrückt, sie nennen sich »Der Club der verhinderten Selbstmörder«. Aber sie geben dir Halt und sind wie Leuchtkäfer in deiner bodenlosen Traurigkeit. Denn du hast nur das eine Leben.


 

Meine Meinung
Einstieg

Antonia schreibt Briefe an Gott. Ich war darauf nicht eingestellt und ich persönlich habe mit Gott so gar nichts am Hut und musste mich nun erstmal hineinfinden. Ich habe Antonia nicht gleich verstanden und musste erstmal mit ihr warm werden.

Schreibstil

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eigen und das meine ich nicht negativ. Das erste Wort, dass mir zu ihrem Schreibstil eingefallen ist, ist poetisch, aber so profan kann man das gar nicht sagen. Sie nutzt sehr viele kurze Sätze, setzt Punkte an Stellen, an denen ich ein Komma verwendet hätte und nutzt gerne Wiederholungen um Dinge zu verdeutlichen. Es ist nicht schwierig oder anstrengend zu lesen, aber ich gebe zu, dass ich es manchmal einfach überlesen habe.

Charaktere

Ich hätte gerne mehr gewusst von allen Personen, die man in diesem Buch kennenlernt, aber Toni wusste auch nicht mehr über die anderen als sie in ihren Briefen an Gott geschrieben hat, daher konnte wir leider auch nicht mehr wissen und ich kann durchaus verstehen, dass sie die anderen nicht noch einmal fragen wollte, warum sie versucht haben sich umzubringen. Auch über Toni hätte ich gerne noch mehr erfahren, sie wird von den anderen nur Gandhi genannt, weil sie so weise Sprüche von sich gibt und man erfährt auch immer wieder Brocken aus ihrem Leben, aber ich hätte gerne mehr über sie gewusst, hatte nicht so ein gutes Bild als Ganzes von ihr.

Verlauf

Mein großes Problem, das ich mit dünnen Büchern habe, ist, dass ich immer das Gefühl habe, ich muss mir ganz viel dazu denken bei der Geschichte. Es wird vieles nicht gesagt, was zwischen den Zeilen steht und ich muss es mir mit dazu denken. Der Verlauf ansich hat mir gut gefallen, auch wie sie zufällig auf Fred getroffen ist, der mich nebenbei gesagt an Fred Weasley erinnert hat und hat gut zusammen gepasst, wirkte auf mich jedoch eher skizziert als komplett ausgeführt. Ich hätte mir mehr Tiefe bei gleichem Tempo gewünscht, dann wären die Emotionen sicher noch besser herausgekommen, weil man eine stärkere Bindung zu den Charakteren eingeht

Ende

Das Ende war gut fürs Herz und es hätte meinetwegen gerne noch weitergehen können.

Fazit
Leseempfehlung

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme gewesen und wusste, dass mir diese Geschichte gefallen könnte, leider gab es Aspekte die eine solide zwei also ein „Das Buch konnte meinen Erwartungen entsprechen“ nicht rechtfertigen. Es hat mich jedoch sehr berührt und als ich mich reingefunden hatte, habe ich es auch sehr schnell gelesen und wollte weiterlesen. Daher wäre auch die Note 3 nicht gerechtfertigt. Ich denke ganz klar, dass dem Buch 50 – 100 Seiten mehr gut getan hätten, dann wären wir hier bei einer soliden zwei, wenn nicht sogar einer eins. Also spreche ich an dieser Stelle trotzdem eine Leseempfehlung aus, wer sich nicht daran stört, dass Antonia Briefe an Gott schreibt und das Buch eher kurzweilig ist, der wird ein schönes Leseerlebnis haben.

Seid ihr gläubig und wenn ja, woran glaubt ihr?
An Gott, an etwas anderes?
Welcher Religion gehört ihr an? Ich finde sowas unglaublich spannend.

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Nightingale’s Blog

8 Kommentare

  1. Hallo Liebes. 🙂
    Ich habe das Buch schon in der Hand gehabt, es dann aber wieder weggelegt, weil ich erst einmal deine Meinung abwarten wollte. Nicht, dass ich wieder eine böse Überraschung erlebe. 😉 Jetzt bereue ich es ja ein wenig, dass ich es nicht doch gleich mitgenommen habe, aber das kann ich ja noch nachholen. 🙂
    Also ich glaube nicht wirklich an Gott, aber an etwas vergleichbares. Da ist bestimmt irgendwo, irgendwie ein höheres Wesen, der in manchen Situationen garantiert ein bisschen überfordert ist. Ich weiß nicht, ob ich so richtig an ein Leben nach dem Tod glaube, allerdings glaube ich an die Existenz von Geistern, bzw. allgemein an Übersinnliches. Ich hatte zum Beispiel schon sehr oft das Gefühl, dass meine Mom bei mir ist, obwohl das ja eigentlich gar nicht sein kann. Dieser Glaube hilft mir übrigens ganz besonders, wenn ich wieder einen so üblen "Vermiss-Anfall" bekomme.
    Hab einen schönen Sonntag. 🙂
    Kitty ♥

  2. Hi Lotta,
    das hast du doch gut zusammengefasst
    Deine Frage ist interessiert. Ein religiöser Mensch bin ich nicht wirklich. Ich glaube an gewisse Dinge, Kräfte und das Spirituelle…allerdings nur in begrenzter Form.
    Alles andere liegt im Auge des Betrachters. Je mehr man sich etwas herbei wünscht, desto intensiver nimmt man es war, wenn es eintritt. Ich denke, das ist auf das Leben und den Tod auch so ähnlich aufzumünzen.

    Lieben Gruß,
    Sandy

    P.S. Und danke für die Verlinkung! 🙂

  3. Liebe Lotta,

    danke, für deine ehrliche Rezension.
    Ich habe das Buch bisher nur angelesen, aber ich werde es hoffentlich bald weiterlesen.
    Gläubig direkt bin ich nicht. Also, das ist schwer zu erklären. Ich bin evangelisch, aber nicht mit "jeden-Sonntag-in-die-Kirche-gehen".

    Liebe Grüße,
    Ramona

  4. Hey Lotta 🙂

    ich finde das Cover vom Buch sooooo schön und auch der Klappentext hat mich angesprochen. Gerade dass Antonia Briefe an Gott schreibt, war für mich besonders interessant, da ich auch gläubig bin. Ich hatte das Glück in einer tollen evanglischen Gemeinde aufzuwachsen, in der der Glaube an Gott sehr modern gesehen wird. Ich glaube aber, meinen Glauben genauer zu beschreiben ist eher schwierig. 😀

    Liebe Grüße,
    Tati

  5. Hallöchen meine liebe Tati,
    also ich muss mal sagen, dass ich es immer wieder cool finde, wie viel ich noch über meine Leser und Freunde erfahre durch meine Kommentarfragen. 😀 super interessant. Ich bin früher immer mal zur Christenlehre gegangen, aber nur, weil wir da immer so viel gebastelt und gespielt haben. Ich bin nicht gläubig, aber ich glaube schon, dass das Leben nicht einfach vorbei ist mit dem Tod.

    Liebst, Lotta

  6. Hallöchen Ramona,
    irgendwie witzig, Zoe Hagen hat mir auf die Frage eine ähnliche Antwort gegeben. 😀 Ich glaube du hattest das Buch jetzt schon gelesen und auch rezensiert oder täusche ich mich? Ich fand die Geschichte sehr berührend auch wenn ich erst Schwierigkeiten mit dem an Gott Geschreibe hatte.

    Liebst, Lotta

  7. Hallöchen Sandy,
    danke für deinen lieben Kommentar! Mir geht es irgendwie genauso wie dir. Ich bin zwar nicht gläubig, aber es ist nicht so, dass ich nur das glaube was ich sehe. Wahrscheinlich hast du recht mit dem "liegt im Auge des Betrachters". Alles nicht so leicht zu erklären oder? Ich muss keine Unklarheiten. ^^

    Liebst, Lotta

  8. Hallöchen meine liebe Kitty,
    ich bin stolz auf dich. 😀 Du lernst aus deinen Fehlern. haha! Aber bei diesem Buch hättest du ruhigen Gewissens zuschlagen können. Es ist wirklich ein tolles Buch und ich finde es sollte rasch in dein Regal wandern. 😉
    Ich weiß genau was du meinst mit dem was du geschrieben hast. Ich habe manchmal so ein "Da muss doch noch mehr sein"-Gefühl und dann ja .. dann denke ich auch so etwas. Ich bin ratlos, aber an gar nichts zu glauben würde viele Situationen noch schwieriger machen.

    Liebst, Lotta

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